EU-Reimport: Auto aus dem EU-Ausland
Laut ADAC sind EU-Neuwagen oft bis zu 30 Prozent billiger als Fahrzeuge, die für den deutschen Markt produziert wurden. Der Vorteil ist echt. Die Frage, die darüber entscheidet, ob er einer bleibt, steht selten im Angebot: Wer ist eigentlich Ihr Vertragspartner?
Vor der Anzahlung: die Nummer prüfen
17 Zeichen aus den Fahrzeugpapieren. Vorschau kostenlos, ohne Konto.
256-Bit-Verschlüsselung · Ohne Konto · Keine Daten gespeichert
Kurzantwort
- Wie groß ist der Preisvorteil wirklich?
- Der ADAC nennt für EU-Neuwagen oft bis zu 30 Prozent gegenüber Fahrzeugen, die für den deutschen Markt produziert wurden. Der Grund ist nüchtern: Die Nettopreise im Ausland sind meist deutlich niedriger, und wird ein noch nicht zugelassener Neuwagen exportiert, fallen keine nationalen Steuern an — es bleibt der Nettopreis.
- Wer ist mein Vertragspartner?
- Das ist die wichtigste Frage des ganzen Vorgangs. Ein Händler in Deutschland kann Vermittler oder Verkäufer sein. Ist er nur Vermittler, schließen Sie den Vertrag mit dem ausländischen Händler — und es gilt das Recht des Kauflands. Das entscheidet darüber, an wen Sie sich bei einem Mangel wenden und nach welchen Regeln.
- Was ist beim Reimport das eigentliche Risiko?
- Bei einem echten Neuwagen: die Ausstattung, die von der deutschen Serienkonfiguration abweichen kann, und das Serviceheft, das den Stempel des ausländischen Händlers braucht. Bei einem gebrauchten Reimport kommt die Vorgeschichte dazu — sie liegt im Herkunftsland. Das Europäische Parlament schätzte 2018, dass 30 bis 50 % der grenzüberschreitend verkauften Gebrauchtwagen einen manipulierten Tacho haben.
Woher der Preisvorteil kommt
Der Abstand entsteht nicht dadurch, dass jemand großzügig ist. Er hat drei nüchterne Ursachen, und eine davon ist gar kein Vorteil.
Niedrigere Nettopreise
Dieselbe Marke kalkuliert von Land zu Land unterschiedlich. Der Listenpreis vor Steuern liegt in vielen EU-Ländern spürbar unter dem deutschen.
Keine nationalen Steuern beim Export
Wird der noch nicht zugelassene Neuwagen exportiert, fallen die nationalen Steuern des Herkunftslands nicht an. Übrig bleibt der Nettopreis — daraus entsteht der sichtbare Abstand.
Andere Serienausstattung
Ein Teil des Preisunterschieds ist kein Rabatt, sondern eine andere Konfiguration. Der ADAC rät ausdrücklich, beim Preisvergleich mögliche Ausstattungsunterschiede zu beachten.
Vermittler oder Verkäufer — die Frage vor allen anderen
Ein Händler in Deutschland kann in zwei völlig verschiedenen Rollen auftreten, und beide sehen im Schaufenster gleich aus. Es gilt das Recht des Kauflands — deshalb ist die Rolle keine Formalie, sondern die Weiche.
Eigenimport beim ausländischen Händler
Sie kaufen direkt im Ausland. Der Preis ist meist am niedrigsten, der Weg am längsten, und im Streitfall gilt das Recht des Kauflands — in dessen Sprache und vor dessen Gerichten.
Kauf beim Importeur in Deutschland
Bequemer, oft mit Abwicklung. Entscheidend bleibt, in welcher Rolle dieser Händler auftritt: Tritt er als Verkäufer auf, ist er Ihr Gegenüber. Tritt er als Vermittler auf, ist er es nicht.
Garantie und Serviceheft
Für Garantie und Serviceheft ist der Stempel des ausländischen Händlers nötig. Klären Sie vor der Zahlung, wer ihn setzt und wann Sie das Heft in Händen halten.
Lassen Sie sich die Rolle schriftlich bestätigen, bevor Sie unterschreiben. Ein seriöser Anbieter hat damit kein Problem — und wenn doch, haben Sie die Auskunft trotzdem bekommen.
Beim gebrauchten Reimport zählt die Vorgeschichte
„Etwa 5 bis 12 % der innerhalb eines EU-Landes verkauften Gebrauchtwagen und 30 bis 50 % der grenzüberschreitend verkauften wurden zurückgedreht.“
Ismail Ertug, Berichterstatter, Pressemitteilung des Europäischen Parlaments, Plenarsitzung vom 31. Mai 2018.
Entscheidend ist das Verhältnis der beiden Zahlen. Ein Auto im eigenen Land hinterlässt Spuren, die ein Käufer nachvollziehen kann: eine Werkstatt um die Ecke, Prüfberichte, Leute, die den Wagen kennen. Sobald es eine Grenze überquert, verlieren diese Spuren für den nächsten Käufer ihre Lesbarkeit. Nicht der Betrug wird leichter — die Entdeckung wird schwerer.
Der ADAC ergänzt das für Deutschland: Ein eigener Test zeigt, dass kräftig weiter betrogen werden kann, und die EU-Richtlinie zum Schutz vor Tachomanipulation greift noch nicht. Beim Reimport treffen also beide Umstände aufeinander.
Vier Punkte, die vor die Unterschrift gehören
Alle vier lassen sich schriftlich klären, bevor Geld fließt. Danach sind sie Verhandlungssache.
- 1Rolle bestätigen lassenVerkäufer oder Vermittler — schriftlich. Es gilt das Recht des Kauflands.
- 2Ausstattungslisten vergleichenNicht Preis gegen Preis. Ein Teil des Abstands ist eine andere Konfiguration.
- 3Serviceheft klärenFür Garantie und Serviceheft ist der Stempel des ausländischen Händlers nötig.
- 4Fahrgestellnummer prüfenVor der Anzahlung. Ohne sie zahlen Sie auf ein Auto an, das Sie nicht identifiziert haben.
Sechs Warnzeichen im Angebot
- Im Angebot steht nicht, ob der deutsche Händler als Verkäufer oder als Vermittler auftritt. Das ist keine Formalie — es entscheidet, wen Sie bei einem Mangel überhaupt in Anspruch nehmen können.
- Der Preisvergleich wird gegen die deutsche Topausstattung geführt, obwohl das Importfahrzeug anders konfiguriert ist. Vergleichen Sie Ausstattungsliste gegen Ausstattungsliste.
- Das Serviceheft soll „später nachgereicht“ werden. Ohne Stempel des ausländischen Händlers fehlt Ihnen genau der Nachweis, auf den es ankommt.
- Eine hohe Anzahlung, bevor das Fahrzeug überhaupt identifiziert ist. Ohne Fahrgestellnummer wissen Sie nicht, welches Auto Sie anzahlen.
- Bei einem gebrauchten Reimport: ein auffällig niedriger Stand für Alter und Zustand. Grenzüberschreitend ist genau das die Konstellation, in der die Zahl am seltensten stimmt.
- Der Verkäufer nennt die Fahrgestellnummer nicht. Sie ist die einzige Angabe, mit der Sie das Fahrzeug unabhängig vom Inserat prüfen können.
Papiere und Zulassung in Deutschland
Zur Zulassung eines Fahrzeugs aus dem EU-Ausland gehört der Nachweis, dass es den europäischen Vorgaben entspricht — die COC-Papiere. Sie sind der Punkt, an dem ein Vorgang am häufigsten hängen bleibt, und zwar dann, wenn niemand vorher gefragt hat, ob das Dokument überhaupt existiert.
Was genau darin steht und wie Sie es beschaffen, steht auf unserer Seite zu den COC-Papieren. Klären Sie es vor der Anzahlung — nicht, wenn das Auto schon vor der Tür steht.
Selbst holen oder holen lassen
Der ADAC rät, vor dem Kauf eines EU-Neuwagens zwischen zwei Wegen abzuwägen: dem Eigenimport beim ausländischen Händler und dem Kauf beim Importeur in Deutschland. Die Rechnung fällt selten eindeutig aus, weil sich der Preisunterschied und der Aufwand gegenläufig verhalten.
Beim Eigenimport verhandeln Sie direkt und sparen die Marge des Vermittlers. Dafür organisieren Sie die Überführung, führen die Korrespondenz in einer fremden Sprache und haben im Streitfall einen Vertragspartner im Ausland — es gilt das Recht des Kauflands. Wer schon einmal eine Mängelrüge über eine Grenze hinweg geführt hat, kalkuliert diesen Posten anders als jemand, der es noch nicht musste.
Beim Kauf über einen Importeur in Deutschland verschiebt sich der Aufwand zu ihm — aber eben nur der Aufwand, nicht automatisch die Haftung. Genau deshalb ist die Frage nach der Rolle keine Formsache: Tritt der Händler als Verkäufer auf, haben Sie einen deutschen Vertragspartner. Tritt er als Vermittler auf, hat sich an Ihrer rechtlichen Lage gegenüber dem Eigenimport wenig geändert, obwohl sich der Kauf bequemer angefühlt hat.
Unabhängig vom Weg bleibt ein Punkt gleich: Die Ausstattung gehört verglichen, bevor der Preis verglichen wird. Ein Teil des Abstands zum deutschen Angebot ist kein Nachlass, sondern eine andere Serienkonfiguration — und was fehlt, fällt erfahrungsgemäß erst im Alltag auf, nicht beim Lesen des Angebots.
Prüfen Sie die Fahrgestellnummer immer vor dem Kauf
Die kostenlose Vorschau zeigt Title Brands (US-Titel-Kennzeichnungen), Diebstahlstatus und offene Rückrufe in Sekunden und meldet, ob Unfall- und Tachodaten vorliegen. Die vollständige Historie kostet 19,95 € — einmalig, ohne Abo.
Die Quellen
Jede Zahl auf dieser Seite stammt aus einer dieser Quellen.
ADAC — Reimport: Alles Wichtige zum Autokauf in der EU
Die neutrale Referenz: Preisvorteil von oft bis zu 30 %, Herkunft des Vorteils, Recht des Kauflands, Vermittler oder Verkäufer, Garantie und Serviceheft.
Europäisches Parlament — Car clocking
Pressemitteilung zur Plenarsitzung vom 31. Mai 2018: 5 bis 12 % manipulierte Tachos im Inland, 30 bis 50 % grenzüberschreitend.
ADAC — Gebrauchtwagenkauf
Hinweis auf den ADAC-Test zur Tachomanipulation und darauf, dass die EU-Richtlinie dagegen noch nicht greift.
Weiterprüfen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Reimport und EU-Neuwagen?
Im Sprachgebrauch werden beide Wörter für dieselbe Sache benutzt: ein Fahrzeug, das für einen anderen EU-Markt bestimmt war und nach Deutschland geholt wird. „Reimport“ betont, dass es sich häufig um eine deutsche Marke handelt, die zurückkommt. Für Ihre Rechte und für die Prüfung vor dem Kauf macht die Wortwahl keinen Unterschied.
Gilt die Herstellergarantie auch bei einem EU-Reimport?
Für Garantie und Serviceheft ist laut ADAC der Stempel des ausländischen Händlers nötig. Klären Sie deshalb schriftlich, wer das Heft ausfüllt und wann Sie es erhalten, bevor Geld fließt. Von der Garantie zu unterscheiden ist die gesetzliche Gewährleistung — welche Rechte Sie da haben, hängt davon ab, wer Ihr Verkäufer ist.
Welches Recht gilt, wenn etwas schiefgeht?
Es gilt das Recht des Kauflands. Kaufen Sie direkt beim Händler im Ausland, führen Sie eine spätere Auseinandersetzung nach dessen Regeln. Tritt ein deutscher Händler als Verkäufer auf, ist er Ihr Vertragspartner. Tritt er als Vermittler auf, ist er es nicht — auch wenn die Abwicklung über ihn läuft. Diese Unterscheidung gehört vor die Unterschrift, nicht danach.
Ist ein gebrauchter Reimport riskanter als ein neuer?
Er ist anders riskant. Beim Neuwagen geht es um Ausstattung, Papiere und Zuständigkeit. Beim Gebrauchten kommt die gesamte Vorgeschichte hinzu, und die liegt in einem anderen Land. Das Europäische Parlament schätzte 2018, dass 30 bis 50 % der grenzüberschreitend in der EU verkauften Gebrauchtwagen zurückgedrehte Tachos haben, gegenüber 5 bis 12 % bei Verkäufen innerhalb eines Landes.
Welche Papiere brauche ich für die Zulassung in Deutschland?
Zur Zulassung eines Fahrzeugs aus dem EU-Ausland gehört der Nachweis der Übereinstimmung mit den europäischen Vorgaben — die COC-Papiere. Details dazu stehen auf unserer Seite zu den COC-Papieren. Klären Sie früh, ob das Dokument vorliegt: Es ist einer der wenigen Punkte, an denen ein Vorgang wochenlang hängen bleiben kann.
Wie prüfe ich die Vorgeschichte eines importierten Fahrzeugs?
Über die Fahrgestellnummer, und zwar bevor Sie zahlen. Sie steht in den Fahrzeugpapieren und am Fahrzeug selbst. Erfasste Kilometerstände, Schadensereignisse und Halterwechsel hängen an dieser Nummer und nicht am Inserat. Die Vorschau ist kostenlos, der vollständige Bericht kostet einmalig 19,95 €.
Der Preis steht im Angebot. Die Geschichte in der Nummer.
Prüfen Sie das Fahrzeug, bevor Sie anzahlen. Einmalzahlung, kein Abo, sofortige Lieferung.
Erst die Vorschau · Einmalzahlung · Sofort verfügbar
Passende VIN-Abfragen
Weitere Tools, um die Historie jedes Fahrzeugs zu prüfen