Fahrzeugschein erklärt: alle Felder von A bis V.9
Der Fahrzeugschein heißt offiziell Zulassungsbescheinigung Teil I, und seine Buchstaben sind kein Zufall: Sie sind EU-weit harmonisiert. Unter E steht überall in Europa die Fahrgestellnummer, unter P.2 die Leistung in Kilowatt, unter G die Leermasse. Hier finden Sie jedes Feld — und die vier Angaben, die im Fahrzeugschein bewusst fehlen.
Feld E gefunden? Sehen Sie, was die Nummer verrät
Die kostenlose Vorschau bestätigt Marke, Modell und Baujahr — und ob das Auto eine US-Vergangenheit mitbringt.
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Kurzantwort
- Was ist der Fahrzeugschein?
- Der Fahrzeugschein heißt seit Oktober 2005 offiziell Zulassungsbescheinigung Teil I. Er weist aus, dass ein bestimmtes Fahrzeug auf einen bestimmten Halter zugelassen ist, und muss beim Fahren mitgeführt werden. Er ist kein Eigentumsnachweis — das ist die Zulassungsbescheinigung Teil II, der frühere Fahrzeugbrief.
- Warum stehen im Fahrzeugschein Buchstaben statt Überschriften?
- Weil die Codes europaweit harmonisiert sind. Die Richtlinie 1999/37/EG legt fest, dass in jedem EU-Zulassungspapier derselbe Buchstabe dieselbe Angabe bezeichnet. Unter E steht deshalb in Deutschland, Spanien und Polen gleichermaßen die Fahrzeug-Identifizierungsnummer — auch wenn die Landessprache daneben eine andere ist.
- Wo stehen die wichtigsten Angaben?
- Das Kennzeichen steht in Feld A, die Erstzulassung in B, Marke und Typ in D.1 bis D.3, die 17-stellige FIN in E, das zulässige Gesamtgewicht in F.1, die Leermasse in G, Hubraum in P.1 und die Nennleistung in kW in P.2. Die Schlüsselnummern HSN und TSN stehen nicht unter einem Buchstaben, sondern in den nummerierten Feldern 2.1 und 2.2.
Warum im Fahrzeugschein Buchstaben stehen
Wer den Fahrzeugschein zum ersten Mal genauer ansieht, wundert sich über die Codes am Rand. Sie stammen nicht von der deutschen Zulassungsstelle, sondern aus der Richtlinie 1999/37/EG. Die EU hat darin festgelegt, welcher Buchstabe welche Angabe bezeichnet — damit eine Polizeikontrolle in Italien ein deutsches Papier lesen kann, ohne ein Wort Deutsch zu verstehen.
Das erklärt auch eine Eigenheit: Nicht jedes Feld hat einen Buchstaben. Die Schlüsselnummern HSN und TSN etwa sind eine rein deutsche Zusatzangabe für Versicherung und Statistik. Sie stehen deshalb in den nummerierten Feldern 2.1 und 2.2, außerhalb des europäischen Schemas. Dasselbe gilt für die Stützlast in Feld 13 und die Bereifung in Feld 15.
Seit dem 1. Oktober 2005 heißt das Dokument Zulassungsbescheinigung Teil I. Ältere Fahrzeugscheine bleiben gültig, nummerieren aber anders — dort standen die Schlüsselnummern noch unter den Ziffern 2 und 3. Wenn Ihnen eine Anleitung im Netz also von „Ziffer 2“ spricht, meint sie ein Papier von vor 2005.
Alle Felder der Zulassungsbescheinigung Teil I
Nach Themen gruppiert statt alphabetisch — so finden Sie schneller, wonach Sie tatsächlich suchen. Für die vier häufigsten Detailfragen gibt es jeweils eine eigene, ausführliche Seite.
Fahrzeug und Halter
- A
- Amtliches Kennzeichen
- B
- Datum der Erstzulassung — wann das Auto weltweit zum ersten Mal zugelassen wurde
- C.1
- Name des Halters (C.1.1 Name bzw. Firma, C.1.2 Vorname, C.1.3 Anschrift)
- I
- Datum der Zulassung auf den aktuellen Halter — nicht zu verwechseln mit B
Identität des Fahrzeugs
- D.1
- Marke — der Hersteller, etwa Volkswagen oder BMW
- D.2
- Typ, Variante, Version — die technische Kennung der Baureihe
- D.3
- Handelsbezeichnung — der Name, unter dem das Modell verkauft wurde
- E
- Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) — die 17 Zeichen, die das Auto weltweit eindeutig machen
- 2.1
- Herstellerschlüsselnummer (HSN) — vierstellig
- 2.2
- Typschlüsselnummer (TSN) — die ersten drei Zeichen
- K
- Nummer der EG-Typgenehmigung
- J
- Fahrzeugklasse — etwa M1 für Pkw oder N1 für leichte Nutzfahrzeuge
Massen und Lasten
- F.1
- Technisch zulässige Gesamtmasse in kg
- F.2
- Zulässige Gesamtmasse im Zulassungsstaat in kg
- G
- Masse des in Betrieb befindlichen Fahrzeugs (Leermasse) in kg
- O.1
- Technisch zulässige Anhängelast gebremst in kg
- O.2
- Technisch zulässige Anhängelast ungebremst in kg
- 13
- Maximale Stützlast in kg — ein nummeriertes Feld, kein Buchstabe
- L
- Zahl der Achsen
- M
- Radstand in mm
Motor und Emissionen
- P.1
- Hubraum in cm³
- P.2
- Nennleistung in kW — die PS ergeben sich erst durch Umrechnen
- P.3
- Kraftstoffart bzw. Energiequelle
- P.4
- Nenndrehzahl in min⁻¹
- T
- Höchstgeschwindigkeit in km/h
- U.1 – U.3
- Standgeräusch, zugehörige Drehzahl und Fahrgeräusch
- V.7
- CO₂-Emissionen in g/km
- V.9
- Für die EG-Typgenehmigung maßgebliche Schadstoffklasse
Aufbau und Ausstattung
- R
- Farbe des Fahrzeugs
- S.1
- Zahl der Sitzplätze einschließlich Fahrersitz
- S.2
- Zahl der Stehplätze
- 15
- Bereifung — die zulässigen Reifengrößen je Achse
- 22
- Bemerkungen und Ausnahmen — hier stehen Auflagen und Eintragungen
Die Felder, nach denen am häufigsten gefragt wird
Vier Angaben sorgen regelmäßig für Verwirrung, weil das Papier sie anders benennt als der Alltag. Jede hat eine eigene Seite mit der vollständigen Erklärung.
Das Papier ist nur die halbe Geschichte
Der Fahrzeugschein sagt, was das Auto ist. Er sagt nicht, was es erlebt hat. Mit der FIN aus Feld E rufen Sie die Historie ab — bei einem Import auch die US-Vergangenheit.
Vier Dinge, die im Fahrzeugschein nicht stehen
Beim Gebrauchtwagenkauf ist das oft wichtiger als der Inhalt. Ein tadelloser Fahrzeugschein beweist nur, dass die Zulassung sauber lief — über das Schicksal des Autos sagt er fast nichts.
Der Kilometerstand
In keinem Feld des Fahrzeugscheins steht, wie weit das Auto gelaufen ist. Die Laufleistung wird bei der Zulassung nicht erfasst — deshalb lässt sich Tachobetrug aus dem Papier allein nie erkennen.
Unfälle und Schäden
Die Zulassungsbescheinigung dokumentiert keine Unfallhistorie. Ein Auto mit schwerem Vorschaden hat einen völlig unauffälligen Fahrzeugschein, solange die Zulassung sauber lief.
Die Zahl der Vorbesitzer
Teil I nennt nur den aktuellen Halter. Wie viele Halter das Auto vorher hatte, steht dort nicht — das ergibt sich allenfalls aus der Zulassungsbescheinigung Teil II.
Eine Vorgeschichte im Ausland
Wurde ein Auto importiert, beginnt der deutsche Fahrzeugschein bei null. Was das Fahrzeug davor erlebt hat — Auktion, Totalschaden, Wasserschaden — taucht in den deutschen Papieren nicht auf.
Genau diese Lücke schließt eine Abfrage über die Nummer aus Feld E. Wie das im Detail funktioniert, steht im Ratgeber Fahrzeughistorie prüfen.
Vier Schritte, die aus dem Fahrzeugschein eine Prüfung machen
Der Fahrzeugschein liefert die Nummer. Was daraus wird, entscheidet sich danach: Papier und Auto abgleichen, dann die Historie hinter der Nummer aufrufen — bei einem Import auch die Jahre vor der Einfuhr.
- 1Felder lesenVerschaffen Sie sich einen Überblick: Kennzeichen in A, Erstzulassung in B, Marke in D.1, FIN in E.
- 2FIN abgleichenVergleichen Sie die 17 Zeichen aus Feld E mit der Nummer an Windschutzscheibe und B-Säule.
- 3Technik prüfenPassen Leistung in P.2, Hubraum in P.1 und Gewicht in G zu dem, was das Inserat verspricht?
- 4Historie abrufenStarten Sie mit der Nummer aus Feld E die kostenlose Vorschau der Fahrzeughistorie.
Warnsignale beim Blick in den Fahrzeugschein
Keines dieser Signale beweist für sich allein etwas. Jedes ist Grund genug, nachzufragen, bevor Sie weiterverhandeln.
- Die FIN in Feld E stimmt nicht mit der Nummer am Fahrzeug überein
- Marke und Handelsbezeichnung in D.1 und D.3 passen nicht zum angebotenen Auto
- Das Datum der Erstzulassung in Feld B ist deutlich jünger, als der Zustand des Wagens vermuten lässt
- Feld 22 enthält Eintragungen und Auflagen, die der Verkäufer nicht erklären kann oder will
- Das Papier wirkt nachgedruckt, überschrieben oder an den Rändern manipuliert
- Die Zulassungsbescheinigung Teil II wird nicht vorgelegt
- Das Fahrzeug ist ein Import, doch niemand kann die Zeit vor der deutschen Erstzulassung belegen
- Feld I liegt sehr kurz zurück, obwohl das Auto angeblich lange im Familienbesitz war
Teil I ist nicht Teil II
Die wichtigste Unterscheidung beim Autokauf steckt nicht in einem Feld, sondern im Dokument selbst. Die Zulassungsbescheinigung Teil I — der Fahrzeugschein — sagt aus, wer das Auto angemeldet hat. Sie ist kein Eigentumsnachweis. Halter und Eigentümer können verschiedene Personen sein, etwa bei einem Leasing- oder Finanzierungsfahrzeug.
Das Eigentum belegt die Zulassungsbescheinigung Teil II, der frühere Fahrzeugbrief. Wird sie beim Verkauf nicht vorgelegt, ist das kein Formfehler, sondern ein Grund abzubrechen — ohne Teil II lässt sich das Eigentum nicht sauber übertragen.
Woher die Angaben stammen
Die Feldcodes sind keine Auslegungssache — sie sind in EU-Recht und deutscher Verordnung festgeschrieben. Die Links führen zum Originaltext.
Richtlinie 1999/37/EG
Die EU-Richtlinie über Zulassungsdokumente für Fahrzeuge. Ihr Anhang I legt die harmonisierten Gemeinschaftscodes fest — also welcher Buchstabe europaweit welche Angabe bezeichnet.
Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV)
Die deutsche Verordnung, die die EU-Vorgaben umsetzt. Sie regelt Aufbau und Inhalt der Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II sowie die Pflicht, sie mitzuführen.
Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)
Die Bundesoberbehörde für den Fahrzeugbereich. Sie vergibt die Schlüsselnummern HSN und TSN und führt das Zentrale Fahrzeugregister.
NMVTIS — Verbraucherportal (USA)
Die US-Bundes-Titeldatenbank. Für ein importiertes Fahrzeug ist sie die Quelle für Salvage-, Wasserschaden- und Diebstahlmeldungen, die in keinem deutschen Papier stehen.
So prüfen Sie das Auto weiter
Prüfen Sie die Fahrgestellnummer immer vor dem Kauf
Die kostenlose Vorschau zeigt Title Brands (US-Titel-Kennzeichnungen), Diebstahlstatus und offene Rückrufe in Sekunden und meldet, ob Unfall- und Tachodaten vorliegen. Die vollständige Historie kostet $14.99 — einmalig, ohne Abo.
Fahrzeugschein — häufige Fragen
Was bedeutet Fahrzeugschein und was Zulassungsbescheinigung Teil I?
Es ist dasselbe Dokument. Seit dem 1. Oktober 2005 heißt der Fahrzeugschein offiziell Zulassungsbescheinigung Teil I. Ältere Papiere im alten Format bleiben gültig, verwenden aber teilweise eine andere Feldnummerierung — die Schlüsselnummern etwa standen dort unter den Ziffern 2 und 3 statt unter 2.1 und 2.2.
Warum verwendet der Fahrzeugschein Buchstaben als Feldbezeichnung?
Die Buchstaben sind harmonisierte Gemeinschaftscodes aus der EU-Richtlinie 1999/37/EG. Sie sorgen dafür, dass eine Behörde in jedem Mitgliedstaat dieselbe Angabe an derselben Stelle findet, ohne die Landessprache zu beherrschen. Unter E steht deshalb überall in der EU die Fahrzeug-Identifizierungsnummer.
Wo stehen im Fahrzeugschein PS und kW?
Im Fahrzeugschein steht ausschließlich die Nennleistung in Kilowatt, und zwar in Feld P.2. Eine PS-Angabe gibt es dort nicht — Sie müssen den kW-Wert umrechnen, indem Sie ihn mit rund 1,36 multiplizieren.
Wo finde ich HSN und TSN im Fahrzeugschein?
Die Herstellerschlüsselnummer steht im nummerierten Feld 2.1 und ist vierstellig, die Typschlüsselnummer in Feld 2.2, wovon die ersten drei Zeichen die eigentliche TSN bilden. Beide tragen keinen Buchstaben, weil es sich um deutsche Zusatzangaben handelt und nicht um einen EU-harmonisierten Code.
Steht der Kilometerstand im Fahrzeugschein?
Nein. Die Laufleistung wird bei der Zulassung nicht erfasst und taucht in keinem Feld auf. Wer wissen will, ob ein Tachostand plausibel ist, braucht erfasste Kilometerstände aus anderen Quellen — etwa aus Werkstattbelegen, dem Scheckheft oder bei einem Import aus den US-Registern.
Was ist der Unterschied zwischen Feld B und Feld I?
Feld B nennt das Datum der allerersten Zulassung des Fahrzeugs, also sein tatsächliches Alter. Feld I nennt das Datum, an dem es auf den aktuellen Halter zugelassen wurde. Bei einem Gebrauchtwagen liegen die beiden fast immer auseinander; ein sehr junges Datum in I sagt nichts über das Alter des Autos aus.
Ist der Fahrzeugschein ein Eigentumsnachweis?
Nein. Die Zulassungsbescheinigung Teil I weist nur aus, wer das Fahrzeug als Halter angemeldet hat — Halter und Eigentümer können verschiedene Personen sein. Als Eigentumsnachweis dient die Zulassungsbescheinigung Teil II, der frühere Fahrzeugbrief. Kaufen Sie kein Auto, ohne Teil II gesehen zu haben.
Was sagt der Fahrzeugschein über die Vorgeschichte des Autos?
Wenig. Er dokumentiert die Zulassung, nicht das Schicksal des Fahrzeugs. Unfälle, Totalschäden, Wasserschäden, Diebstahlmeldungen und die Laufleistung stehen nicht darin. Bei einem importierten Auto beginnt das deutsche Papier ohnehin erst mit der Einfuhr — die Jahre davor sind nur über die FIN und die Register des Herkunftslandes zu erschließen.
Felder gelesen. Jetzt die Historie prüfen.
Mit der FIN aus Feld E rufen Sie Marke, Modell und Baujahr ab — und bei einem Import die US-Vergangenheit mit Salvage, Wasserschaden und Tachoständen, auf NMVTIS gestützt. Ein Bericht, kein Abo.
Erst die Vorschau · Einmalzahlung · Sofortige Zustellung
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